Airbnb in Andermatt 2026: Regeln, Bewilligung und Kurtaxe
Wer in Andermatt eine Ferienwohnung über Airbnb oder Booking.com vermieten möchte, muss 2026 die Urner Gastwirtschaftsregeln, die örtliche Bauordnung und die Tourismusabgaben beachten. Für Ferien- und Zweitwohnungen sieht das Tourismusreglement CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr als Grundansatz vor; mögliche Teuerungsanpassungen sind separat zu prüfen. Wir erklären die Bewilligung, die Frage nach einer 90-Tage-Grenze, die Gästemeldung und die Regeln für Mieter und Eigentümer.
Autor: Nikita von Niederhäuser, UrbanHomeAktualisiert: · ca. 12 Minuten
Nicht die 90 Tage, sondern die Nutzung ist entscheidend.
Andermatt setzt bei Ferienwohnungen besonders auf die zulässige Wohnnutzung, das Gastwirtschaftsrecht und jährlich veranlagte Tourismusabgaben. Die Regeln von Genf oder Luzern dürfen nicht auf Uri übertragen werden.
Keine allgemeine kommunale 90-Tage-Grenze
In den geprüften Andermatter Erlassen findet sich keine generelle Airbnb-Obergrenze von 90 Nächten pro Jahr. Das bedeutet aber keine automatische Bewilligungsfreiheit: Bau- und Nutzungsrecht gelten unabhängig von der Vermietungsdauer.[6]
Zulässige Nutzung zuerst prüfen
Eine bereits bewilligte Ferien- oder Zweitwohnung ist anders zu beurteilen als die dauerhafte touristische Umnutzung einer Erstwohnung. Die Baukommission kann die zulässige Nutzung für das konkrete Objekt beurteilen.[2]
Gastgewerbegesetz und Baurecht getrennt
Das Urner Gastwirtschaftsgesetz nimmt die Vermietung von Ferienhäusern, Ferienwohnungen und Privatzimmern aus, sofern diese nicht an Passanten vermietet werden. Eine allfällige baurechtliche Bewilligung bleibt davon unberührt.[3]
Wann braucht Airbnb in Andermatt eine Bewilligung?
Für Gastgewerbepatent, Erstwohnungsanteile und Nutzungsänderung gelten verschiedene Prüfungen.
Ferienwohnungen können ausgenommen sein
Nach Art. 2 Abs. 1 lit. d des Urner Gastwirtschaftsgesetzes sind Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Privatzimmer ausgenommen, wenn sie nicht an Passanten vermietet werden. Die konkrete Betriebsform ist entscheidend.[3]
50 % beziehungsweise 30 % Erstwohnungsanteil
In betroffenen Bauzonen südlich der Bahnlinie beträgt der Mindest-Erstwohnungsanteil 50 % (ausser Oberer Wiler); nördlich der Bahnlinie und im Oberen Wiler 30 %. Das sind keine Airbnb-Nächtelimits.[2]
Erstwohnung nicht beliebig umwandeln
Die Vermietung von Erstwohnungen als Zweitwohnungen ist in begründeten Fällen bewilligungspflichtig und kann für maximal drei Jahre gestattet werden. Das ist keine allgemeine Erlaubnis für gewerbliches Airbnb.[2]
Wer darf in Andermatt eine Wohnung auf Airbnb anbieten?
Ob Mieter, Eigentümer oder Betreiber: Mietvertrag, Gebäudereglement und Bauordnung gelten zusätzlich.
Zustimmung der Vermieterschaft
Die entgeltliche Untervermietung verlangt grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterschaft nach Art. 262 OR. Umfang, Gästewechsel und Bedingungen transparent offenlegen.[7]
Bauliche Nutzungsauflagen beachten
Eigentümer müssen die ursprünglich bewilligte Nutzung und allfällige Erstwohnungsauflagen prüfen. Bei Stockwerkeigentum kann das Reglement kurze Gästewechsel beschränken.[2]
Gebühr auch ohne Vermietung
Die Beherbergungsgebühr nach Art. 10 wird für Ferien- und Zweitwohnungen aufgrund der Nettowohnfläche erhoben – unabhängig davon, ob die Unterkunft selbst genutzt oder gewerblich vermietet wird.[1]
Wie hoch ist die Airbnb-Kurtaxe in Andermatt?
Eine jährliche Beherbergungsgebühr nach Wohnfläche ist nicht dasselbe wie eine Gästetaxe pro Nacht.
CHF 14 pro m² und Jahr
Art. 10 des Tourismusreglements legt für Andermatt einen Grundansatz von CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr fest. Beispiel: 60 m² = CHF 840 pro Jahr. Nach Art. 11 sind Teuerungsanpassungen möglich; der tatsächlich veranlagte Ansatz muss bestätigt werden.[1]
Andere Tarife je Zimmer
Art. 7 des Reglements sieht abhängig vom Zimmerpreis jährlich CHF 400, CHF 700 oder CHF 1’000 pro Zimmer als Grundtarif vor. Ob eine Unterkunft unter den Zimmer- oder Ferienwohnungstarif fällt, hängt von ihrer rechtlichen Einstufung ab.[1]
Einnahmen separat deklarieren
Miet- und Beherbergungseinnahmen sind steuerlich relevant. Eine mögliche MWST-Pflicht ist unabhängig von der kommunalen Beherbergungsgebühr zu prüfen; für steuerpflichtige Beherbergungsleistungen gilt der Sondersatz von 3,8 %.[8]
Gästekontrolle und Gästekarte in Andermatt
Art. 9 des Urner Gastwirtschaftsgesetzes verlangt für dem Gesetz unterstellte Beherbergungsbetriebe eine Gästekontrolle. Bei ausgenommenen privaten Ferienwohnungen muss das konkrete Meldeverfahren separat geklärt werden. Andermatt-Urserntal Tourismus stellt vermietenden Zweitwohnungsbesitzern und Gastgebern entsprechende Unterlagen zur Verfügung: offizielle Gastgeber-Informationen. Kontakt: [email protected].[5]
Airbnb-Checkliste für Andermatt 2026
Diese Punkte vor der ersten Buchung abklären.
Ist die Wohnung als Erst-, Zweit- oder Ferienwohnung bewilligt?
Bei einer Nutzungsänderung zuerst die Baukommission Andermatt kontaktieren.
Prüfen, ob die Ausnahme des Urner Gastwirtschaftsgesetzes greift.
Als Mieter Zustimmung der Vermieterschaft einholen.
Als Eigentümer das Stockwerkeigentumsreglement prüfen.
Nettowohnfläche und gültigen Gebührenansatz der Gemeinde bestätigen lassen.
Gästekontrolle, Meldung und Gästekarte mit Tourismusorganisation klären.
Buchungserlöse, Ausgaben und mögliche MWST-Pflicht dokumentieren.
Brandschutz, Versicherung, Hausordnung und Nachbarschaft berücksichtigen.
Prüfen, ob ausser der Beherbergungsgebühr eine Tourismusabgabe anfällt.
Offizielle Quellen und Rechtsstand
Stand: 29. Oktober 2026. Gebührenansätze können nach Art. 11 angepasst werden; für die konkrete Unterkunft ist eine behördliche Auskunft massgebend.
- Gemeinde Andermatt: Tourismusreglement 2025, insbesondere Art. 4–12
- Gemeinde Andermatt: Bau- und Zonenordnung, Dezember 2025, Art. 22a und 81–90
- Kanton Uri: Gastwirtschaftsgesetz, Art. 2, 4 und 9
- Kanton Uri: Abgabenreglement zum Gastwirtschaftsgesetz
- Andermatt-Urserntal Tourismus: Zweitwohnungen und Unterlagen für Gastgeber
- Bundesamt für Wohnungswesen: Kurzzeitvermietung und Buchungsplattformen
- Schweizer Obligationenrecht: Art. 262 Untervermietung
- Eidgenössische Steuerverwaltung: MWST-Sätze
Verwandte Ratgeber
Weiterführende UrbanHome-Artikel zur Kurzzeitvermietung in der Schweiz.
Häufige Fragen zu Airbnb in Andermatt 2026
Antworten zum Urner Gastgewerberecht, zur Bauordnung und zu den Tourismusabgaben.
Ja, Airbnb ist nicht pauschal verboten. Ob eine bestimmte Wohnung als Kurzzeitunterkunft genutzt werden darf, hängt von Baubewilligung, Erstwohnungsauflagen, Gastwirtschaftsrecht und privaten Einschränkungen ab.
In den geprüften Andermatter Erlassen ist keine allgemeine Obergrenze von 90 Tagen pro Jahr vorgesehen. Andere Nutzungs- und Bewilligungsvorschriften gelten dennoch.
Nach Art. 2 des Gastwirtschaftsgesetzes sind Ferienwohnungen und Privatzimmer ausgenommen, sofern sie nicht an Passanten vermietet werden. Ob eine Bau- oder Nutzungsänderungsbewilligung benötigt wird, ist separat zu prüfen.
Für Ferien- und Zweitwohnungen gilt im veröffentlichten Tourismusreglement ein Grundansatz von CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr. Teuerungsanpassungen sind möglich; den veranlagten Ansatz bitte bei der Gemeinde bestätigen.
Beim Grundansatz von CHF 14 pro m² ergibt eine 60 m² grosse Ferienwohnung CHF 840 pro Jahr. Dies ist ein Rechenbeispiel vor allfälligen Teuerungsanpassungen.
Die Erstwohnungsauflagen können eine touristische Umnutzung einschränken. Art. 87 BZO erlaubt die Vermietung als Zweitwohnung in begründeten Fällen nur mit Bewilligung. Die Baukommission entscheidet über die konkrete Nutzung.
Für dem Urner Gastwirtschaftsgesetz unterstellte Beherbergungsbetriebe gilt eine Gästekontrolle. Für eine ausgenommene Privatferienwohnung sind die konkret anwendbaren Meldepflichten bei den Behörden zu klären.
Eine automatische Übernahme der jährlichen kommunalen Beherbergungsgebühr durch Airbnb ist nicht belegt. Gastgeber sollten die Veranlagung unmittelbar mit der Gemeinde klären.
Ja. Entgeltliche Untervermietung setzt grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterschaft nach Art. 262 OR voraus.
Das gemeinsame Tourismusreglement sieht für Ferien- und Zweitwohnungen in Hospental und Realp 80 % des Grundansatzes und in Andermatt 100 % vor. Die konkreten Ansätze sind bei der zuständigen Gemeinde zu prüfen.
Fazit: Andermatt hat eigene Airbnb-Regeln – keine Genfer 90-Tage-Grenze
Für eine Airbnb-Wohnung in Andermatt sind die zulässige Nutzung, das kantonale Gastwirtschaftsrecht und die kommunale Beherbergungsgebühr entscheidend. Der veröffentlichte Grundansatz beträgt CHF 14 pro m² Nettowohnfläche und Jahr. Vor dem Inserieren sollten Eigentümer und Mieter die konkrete Bewilligung, die Abgaben und die Gästemeldung bestätigen lassen.
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